Lichtformer für die Studio- und Porträtfotografie 1/2

Lichtformer – was für ein wunderbares Wort. Und erst recht was für fantastische Geräte! Um Licht auf dem Fotoset zu erzeugen, können wir natürlich eine einfache Lampe verwenden, beispielsweise Richtung Wand oder Para-Schirm gerichtet. Gerne arbeiten wir aber mit speziellen Lichtformern wie Softbox, Striplight, Oktabox oder Beauty Dish. Diese Geräte formen – der Name sagt es so schön – das Licht in Variation. 
Weiss auf weiss: Ein weiss angezogenes Model vor weissem Hintergrund zu fotografieren – das war die erste Herausforderung im Porträt-Kurs. Mittels Lichtformer galt es nun die Beleuchtung so zu steuern, dass der Hintergrund weisser wirkt als unser Model Evelyn, eine professionelle Tänzerin. In diesem Fall haben wir zwei Striplights und eine zur Wand gerichtete Lampe hinter dem Fotografen verwendet.  
Nach den anfänglich klassischen Aufnahmen, vorwiegend sitzend und ruhend, wünschten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer mehr ‚bewegende Bilder‘. Das Resultat: weiss auf weiss, aber keineswegs fade! Lust bekommen auf den nächsten Lichtformer-Kurs ab Montag 28.5.2018?!

 
 
 

Einführung in die Studio-Porträtfotografie

Farbtemperatur und Broncolor in Theorie? Learning by doing des Fachjargons – dieses Motto galt am zweiten Kursabend des 4 Abende und 4-tägigen Porträt-Semesterlehrgangs 2017 (nächste Porträt-Kurse ab 7. Mai 2018). Geduldig beobachtete unser Model Kristina von Time Models unsere fotografische Neugier und Experimentierfreude: Was bewirkt ‚hartes‘ und ‚weiches‘ Licht? Wann verwenden wir das ‚grosse‘ Licht? Wann und warum arbeiten wir mit Licht von hinten, unten, oben? Ergänzend tasteten wir uns ans ‚Einfrieren von Bewegungen‘ heran mittels schneller Blitzabbrennzeit.
Hartes und weiches Licht:
Weiches Licht: Wenn die Softbox nahe beim Model steht – etwa in 30 cm Entfernung – wirkt das auf das Gesicht fallende Licht weich.

Hartes Licht: Dieser kontrastreichere Effekt entsteht, wenn sich die Lichtquelle weiter weg vom Model befindet – in diesem Falle steht die Softbox in 3 Meter Distanz. Aus Sicht des Models scheint die Lichtquelle nun kleiner und schärfer, beinahe ‚hart‘.
Hintergrund: Die Hintergrundfarbe hat einen grossen Einfluss auf die Wirkung des Gesamtbildes. Ein weisser Hintergrund wirkt härter, ein grauer wärmer und angenehmer.

Ausleuchtung: Bei Verwendung einer grossen Lichtquelle erwirkt man eine regelmässige Ausleuchtung.

Experimentell: Wird die Lichtquelle unten oder hinten platziert, können spezielle Stimmungsbilder erzeugt werden.

Schnelle Blitzabbrennzeit: Fantastische Bewegungen wie wehende Haare können mittels schneller Blitzabrennzeit gestochen scharf verewigt werden.

Nächster Porträt-Semesterlehrgang: Die nächste FOTOSCHOOL-Kursreihe beginnt am 7. Mai 2018 (montags, CHF 2950) und setzt sich aus 4 Abenden, 5 Tagen und 1 individuellen Studiotag zusammen. Die Module, die auch einzeln buchbar sind, umfassen die Grundtechnik, Blitz und Lichtformer, Frauen- und Männerporträts, Regie und Posing, die interne Studiofotografie wie auch die externe On Location Photography. 

Das Bildrecht in Zeiten von Facebook

«Keine Einwilligung, kein Foto!» titelt der «Beobachter» in einem Artikel vom März 2017 über das aktuelle Bild- und Gesichtsrecht. Wir alle wissen, dass niemand das Foto oder das Porträt einer Person ohne deren Einverständnis veröffentlichen darf. Dennoch bröckelt dieser Grundsatz im digitalen Zeitalter, wo täglich zwei Milliarden Fotos auf soziale Medien wie Facebook, Instagram, Twitter oder Snapchat hochgeladen werden. Der Journalist Daniel Leiser geht im «Beobachter»-Artikel der brisanten Frage nach ‚Was ist erlaubt, was nicht?‘.
Zusammenfassend – und sicher von Interesse aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer der FOTOSCHOOL-Porträtkurse (neue Portrait-Fotokurse ab 7. Mai 2018!) – sind folgende Grundsätze zu respektieren:
Persönlichkeitsrecht von Kindern: Eltern entscheiden für sich und ihre Kinder, was veröffentlicht werden darf – von Facebook bis zur Vereins-Website. Ab etwa 14 Jahren gilt ein Kind als ausreichend urteilsfähig und darf/soll selber entscheiden.
Bildrecht für Vereine: Sie alleine geben die Bewilligung, ziehen diese bei Bedarf auch wieder zurück und bestimmen so, wie und wann ihr Gesicht oder ihre eigenen Bilder verwendet werden dürfen. Falls eine nachträglich von Ihnen wieder zurückgezogene Zustimmung einer Institution finanziellen Schaden bringt, müssen Sie aber allenfalls dafür aufkommen.
Bilder auf Facebook oder in den Medien: Veröffentlichen Private oder Medien ohne Ihre Einwilligung ein Bild mit ihrem Gesicht – sei es online oder gedruckt – , dann haben Sie das Recht zu verlangen, dass dieses Bild unverzüglich entfernt wird. Bei Medien können Sie sogar Schadenersatz verlangen, wenn Sie mithilfe eines Anwalts diesen Schaden genau beziffern können. Können Sie sich nicht bilateral einigen, dann hilft der örtliche Friedensrichter oder die regionale Schlichtungsbehörde weiter.
Aufnahmen im öffentlichen Raum: Werden Sie während einer Meinungskundgebung fotografiert, so suchen Sie offensichtlich die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und geben stillschweigend die Einwilligung zur Verbreitung von Bildern in diesem Kontext. Medien – oder auch Sie als Fotograf – dürfen solche Bilder ohne ausdrückliche Bewilligung der einzelnen Personen verwenden.
Übrigens: Alle Bilder, die wir via FOTOSCHOOL-Blog der ganzen Welt zugänglich machen, sind von der Kursleitung oder unseren KursteilnehmerInnen gemacht worden. Sowohl die FotografInnen wie auch unsere Models haben schriftlich das Einverständnis zur Verwendung ihrer Bilder in diesem Rahmen gegeben. Im Porträt-Kurs haben wir beispielsweise mit dem Model Kristina von Time Models gearbeitet.

Porträt On Location in einer alten Fabrik: Zweiter Tag

Um Bewegungen fliessen zu lassen, braucht es eine lange Verschlusszeit in der Kamera sowie die Einstellung Blitzauslösung auf dem zweiten Verschlussvorhang.
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Bewegungen mit dem Blitz einfrieren: Hier mit schneller Blitz-Brennzeit (1/4000) und Blitz-Synchronisationszeit  (1/125).
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Das Model und die alte Maschine: ein harmonisches Zusammenspiel mit vorhandenem Tageslicht und ergänzendem Blitzlicht.
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Porträt On Location in einer alten Fabrik: Erster Tag

In der Tat herausfordernd: Die Kursteilnehmer hatten die Aufgabe, spärliches Tageslicht mit Blitzlicht zu ergänzen. Geübt und geblitzt wurde unterm Dachstock sowie im Treppenhaus.
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Immer wieder ein Blickfang: Das Model als Silhouette in einem Durchgang.
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Das durch die alten Fabrikfenster eindringende Tageslicht reichte als einzige Beleuchtungsquelle aus: Das Porträt ist faszinierend.
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Beautyporträt und Laufsteg

Porträt mit Schmuck und speziellem Seitenlicht.
An diesem Abend ging es um den Schwerpunk ‚Beauty Session‘ in Zusammenarbeit mit einer Visagistin. Das Model wurde für die schwarz-weiss Aufnahmen geschminkt, um die Kontraste der Lippen und Augen zu betonen. Auf den Farbfotos sieht man, wie stark die Lippen geschminkt wurden.
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Porträt eines Karateka

Lass das Qi fliessen.
Die Teilnehmer des Porträtsemester befassen sich hier mit dem Karate-Model Daniel K.
Wir widmen uns verschiedenen Aufgabenstellungen: Portrait, Aktion (Bewegung einfrieren), Silhouette sowie Spiel der Muskeln.
Das grosse Highlight ist das Zerschlagen von Platten! In der Tat ist es ein sehr eindrücklicher Abend im Studio mit einem Model der etwas anderen Art.
 


Das Making-of:
Der erste Test beim Plattenbrechen geht los. Die Lichtführung ist hinter dem Hauptdarsteller, um den Staub mit in die Aufnahmen fliessen zu lassen.
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Drei Styrolplatten, starkes Licht: So hat der Sportler möglichst viel Freiheit bei der Ausführung seiner Bewegungen hat.
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Studio-Porträtfotografie

Professionelle Studio-Porträtfotografie – Der erste Abend oder Klappe die Erste.
Zwei Herren und eine Dame möchten das Know-how der Studio-Fotografie erlernen und stellen sich der Herausforderung. Es wurde fleissig geübt und getüftelt.
Das Studio war voll mit verschiedenen Blitzanlagen, um das Ein-mal-Eins der Lichtführung kennenzulernen. Es herrschte eine super Stimmung. Viele Effekte konnten die Studiofotografie-Lehrlinge das erste Mal ausprobieren.
Auch das Model stand nicht einfach „nur“ vor der Kamera, sondern wartete geduldig auf die Anweisungen, um sich in Pose zu werfen.
In der blitzreichen Atmosphäre hob sich die Stimmung immer mehr: Die Berührungsängste mit der Technik und dem Model konnten stetig abgebaut werden.