Lichtformer für die Studio- und Porträtfotografie 2/2

Was der Zauberstab ist für den Zauberer, das ist der Lichtformer für den Fotografen: Es geht ohne, aber magisch besser mit – speziell im Studio! Dementsprechend erpicht aufs Ausprobieren waren die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer des diesjährigen Lichtformer-Kurses (nächster Lichtformer Workshop: 28.5.2018). Der traditionelle Projektor, der achteckige Okta 75, der schirmförmige Para 88 mit und ohne Wabe sowie die Softbox 100x60cm standen bereit – und mitten drin unser Model Sabrina, eine professionelle Tänzerin.
Der Entstehungsprozess nachfolgender Fotografien – von oben links nach unten rechts – war erhellend. Anfänglich haben wir nur mit Projektor und Okta gearbeitet: Mittels Projektor haben wir Muster auf Sarina projiziert und gleichzeitig mit dem Okta die dunklen Stellen aufgehellt.
Verschiedene Beleuchtungseffekte haben wir mit dem achteckigen Okta 75 ausgelotet, zuerst ohne und dann mit Wabe, um das Licht gezielt auf das Gesicht zu bringen. Ab den Bildern mit Hut haben wir mit dem Para 88 gearbeitet.
Bei den letzten zwei Bildern haben wir eine Softbox 100x60cm verwendet, unter anderem mit spezieller Technik, so dass nur ganz schales Licht auf das Model fiel. Abrakadabra!

Weiterbildung für mich als Fotograf: Capture One und Phase One Training

Wir Fotografinnen und Fotografen haben in der Tat nie ausgelernt – insbesondere nicht was die Technik und Software von Digitalkameras anbelangt. Eben komme ich nach Hause von einer zweitägigen Weiterbildung in London. Der Hersteller Phase One lud zum Training ein.
Die dänische Firma Phase One hat sich auf digitale Rückteile für Mittelformatkameras (u.a. Hasselblad, Contax und Mamiya) spezialisiert und baut eigene Kameragehäuse. In Ergänzung entwickelt das Unternehmen eine Reihe von Softwareprodukten für die digitale Bildbearbeitung und Bildverwaltung: ‚Capture One‘ heisst beispielsweise das Programm für Fotos im RAW-Format.
Phase One bietet sporadisch herausfordernde Trainings für Fotografen und Technische Fotoassistenten an. Zugelassen an den zweitägigen Kurs wird allerdings nur, wer die vorgängige Online-Schulung samt Tests erfolgreich absolviert hat.
Diesmal war der Weiterbildungskurs in London. Diese Stadt ist immer ein Reise wert! Zwischen den zwei Trainingstagen genoss ich den nächtlichen Spaziergang der Themse entlang. Die Lichter spiegelten sich im schwarzen Wasser und wünschten mir magisch viel Glück zur Phase One Zertifikatsprüfung…
…die ich erfolgreich bestand! Als erste Person in der Schweiz darf ich mich Phase One Certified Professional (POCP) nennen. Nun kenne ich die Phase One und Capture One Produkte – Kameras, Backs / Rückteile, Objektive, Software – enorm gut samt allen offiziell und auch inoffiziell dokumentierten Informationen und Möglichkeiten zur Problembehebung. Folglich bin ich in der Lage eine ganze Reihe von technischen Problemen bei Kamera oder Software schnell erkennen und beheben zu können. Und schnell bedeutet wirklich ‚rather quickly‘: Maximal eine (!) Minute soll das Lösen eines Fotoproblems erfordern. Die Zertifizierungs-Prüfung dauerte bei 30 Fragen genau 30 Minuten. Wie gut, dass wir ‚Nichtenglisch-Muttersprachigen‘ 45 Minuten knobeln durften!
Das Phase One Kurslokal liegt sehr idyllisch an einem Kanal in Central London: Es ist das zweite weisse Gebäude am rechten Kanalufer.
Insgesamt 15 Teilnehmer haben am intensiven Phase One Training in London teilgenommen. Ich hoffe mehr als ONE haben wie ich bestanden: Wir POCP helfen nun gerne weiter, sollten gravierende Probleme bei Kamera oder Software auftreten!