Fotografieren 'On Location' – Porträtfotografie 2/2

Zu viel des Guten! Bei Halogenlicht, herkömmlichen Glühbirnen und LED mit warmem Farbton haben wir es schwierig den Blitz als Aufheller zu verwenden. Es empfiehlt sich, das Blitzlicht mit einer orangen Folie (CTO) einzufärben. Wenn man die ISO-Einstellung nicht enorm hochschrauben möchte, muss man mit längeren Verschlusszeiten arbeiten, um das vorhandene Licht sichtbar zu machen. Aus der Ferne ein Bild des Sets…

…und von ganz nah: das stimmungsvolle Porträt von Model Sabrina.
Bezüglich Bildaufbau: Hinter dem Model stehen auf einem Gestell zwei grosse Flaschen, die das Bild unvorteilhaft dominieren.
Eine Änderung des Bildarrangements war angesagt: Wir stellten die edlen Tropfen direkt vor die Kamera auf den Salontisch. So konnten wir bunte Schatten in den Vordergrund zaubern, die dem Bild eine spannungsvolle Note verleihen.
Wie so oft gegen Ende eines Fotoshootings (Fotoshooting- & Kursprogramm hier) prüften wir die schauspielerische Fähigkeit der Models: Eine kleine, feine Serie entstand.

Fotografieren 'On Location' – Porträtfotografie 1/2

Es werde Licht: Im Studio können wir das Licht kontrollieren. Doch in andern Räumlichkeiten respektiv ‚On Location‘ kommt das vorhandene Licht dazu. Mit den heutigen Kameras können wir selbstverständlich die ISO-Einstellung hochschrauben und ohne zusätzlichen Blitz fotografieren. Das hat aber den Nachteil, dass wir die Lichtintensität nur beschränkt steuern können und das Bildrauschen zunimmt.
Als Rauschen in der digitalen Fotografie bezeichnet man übrigens das Vorhandensein von Bildpunkten, die keinen Bezug zum Bildinhalt haben; das kann störend die Bildqualität mindern oder als künstlerisches Element bereichern.
Aus zwei Gründen haben wir im Fotoschool-Kurs ‚Porträt On Location‘ mit Blitz gearbeitet: einerseits um das vorhandene Licht zu verstärken, andererseits um das ganze Ambiente aufzuhellen und die beiden Models Sabrina und Jonas ins rechte Licht zu rücken. Es ist darauf zu achten, dass man eine Hauptlichtquelle bestimmt. Denn natürlich haben wir auch nur eine Sonne, die die Schatten- und Sonnenseiten definiert.
Bei diesem Bild akzeptierten wir die von rechts einfallenden Sonnenstrahlen als Hauptlichtquelle. Aus der Richtung der Kamera haben wir mittels Oktabox die ganze Szene aufgehellt.

Das Bild mit Sabrina ist ohne Blitz mit 6400 ISO entstanden. Gut sichtbar ist das Rauschen. Das durch die Lamellen einfallende Licht wirkt wegen des bedeckten Himmels sehr weich.

Um das Sonnenlicht künstlich zu verstärken, haben wir bei obigem Bild einen Blitz mit Normalreflektor draussen vor dem Fenster platziert. So konnten wir drinnen mit 100 ISO fotografieren. Das durch den Rolladen einfallende intensive – beinahe hart wirkende – Licht bewirkt ein schönes Schattenspiel auf Jonas Gesicht. Weitere spannende Bilder des Kurstages in nachfolgender Bildgalerie:

 
 
 

Männer in der Studio- und Porträtfotografie

Ein Mann – drei Charakteren. Ob als Motorrad-Biker, als Schotte im Kilt oder als einsamer Cowboy, stets posierte unser Model geduldig und versuchte all unseren Regie-Wünschen nachzukommen. Im diesjährigen Fotoschool-Kurs Männerporträts (nächster Kurs: 18. Juni 2018 – Anmeldung hier) übten wir sowohl im Studio als auch draussen unser Model bestmöglich in Szene zu setzen.
Im Studio versuchten wir mit Hilfe von hartem Licht die Gesichtszüge und den Charakter per se zu betonen. Später unter freiem Himmel – on Location in Pfäffikon ZH – übten wir das Zusammenspiel von Sonnenstrahlen und Blitzlicht. Wir setzten auf das HS-Blitzen, damit wir auch bei ultrakurzen Verschlusszeiten von 1/125sec. den Blitz verwenden konnten. Fotografieren ‚on Location‘ dreht sich immer um die herausfordernde Frage, wie die Umgebung mit dem Model hervorragend zu kombinieren ist. Seht selbst, welche aussagekräftigen Bilder im Kurs entstanden sind…:

Lichtformer für die Studio- und Porträtfotografie 2/2

Was der Zauberstab ist für den Zauberer, das ist der Lichtformer für den Fotografen: Es geht ohne, aber magisch besser mit – speziell im Studio! Dementsprechend erpicht aufs Ausprobieren waren die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer des diesjährigen Lichtformer-Kurses (nächster Lichtformer Workshop: 28.5.2018). Der traditionelle Projektor, der achteckige Okta 75, der schirmförmige Para 88 mit und ohne Wabe sowie die Softbox 100x60cm standen bereit – und mitten drin unser Model Sabrina, eine professionelle Tänzerin.
Der Entstehungsprozess nachfolgender Fotografien – von oben links nach unten rechts – war erhellend. Anfänglich haben wir nur mit Projektor und Okta gearbeitet: Mittels Projektor haben wir Muster auf Sarina projiziert und gleichzeitig mit dem Okta die dunklen Stellen aufgehellt.
Verschiedene Beleuchtungseffekte haben wir mit dem achteckigen Okta 75 ausgelotet, zuerst ohne und dann mit Wabe, um das Licht gezielt auf das Gesicht zu bringen. Ab den Bildern mit Hut haben wir mit dem Para 88 gearbeitet.
Bei den letzten zwei Bildern haben wir eine Softbox 100x60cm verwendet, unter anderem mit spezieller Technik, so dass nur ganz schales Licht auf das Model fiel. Abrakadabra!

Lichtformer für die Studio- und Porträtfotografie 1/2

Lichtformer – was für ein wunderbares Wort. Und erst recht was für fantastische Geräte! Um Licht auf dem Fotoset zu erzeugen, können wir natürlich eine einfache Lampe verwenden, beispielsweise Richtung Wand oder Para-Schirm gerichtet. Gerne arbeiten wir aber mit speziellen Lichtformern wie Softbox, Striplight, Oktabox oder Beauty Dish. Diese Geräte formen – der Name sagt es so schön – das Licht in Variation. 
Weiss auf weiss: Ein weiss angezogenes Model vor weissem Hintergrund zu fotografieren – das war die erste Herausforderung im Porträt-Kurs. Mittels Lichtformer galt es nun die Beleuchtung so zu steuern, dass der Hintergrund weisser wirkt als unser Model Evelyn, eine professionelle Tänzerin. In diesem Fall haben wir zwei Striplights und eine zur Wand gerichtete Lampe hinter dem Fotografen verwendet.  
Nach den anfänglich klassischen Aufnahmen, vorwiegend sitzend und ruhend, wünschten die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer mehr ‚bewegende Bilder‘. Das Resultat: weiss auf weiss, aber keineswegs fade! Lust bekommen auf den nächsten Lichtformer-Kurs ab Montag 28.5.2018?!

 
 
 

Einführung in die Studio-Porträtfotografie

Farbtemperatur und Broncolor in Theorie? Learning by doing des Fachjargons – dieses Motto galt am zweiten Kursabend des 4 Abende und 4-tägigen Porträt-Semesterlehrgangs 2017 (nächste Porträt-Kurse ab 7. Mai 2018). Geduldig beobachtete unser Model Kristina von Time Models unsere fotografische Neugier und Experimentierfreude: Was bewirkt ‚hartes‘ und ‚weiches‘ Licht? Wann verwenden wir das ‚grosse‘ Licht? Wann und warum arbeiten wir mit Licht von hinten, unten, oben? Ergänzend tasteten wir uns ans ‚Einfrieren von Bewegungen‘ heran mittels schneller Blitzabbrennzeit.
Hartes und weiches Licht:
Weiches Licht: Wenn die Softbox nahe beim Model steht – etwa in 30 cm Entfernung – wirkt das auf das Gesicht fallende Licht weich.

Hartes Licht: Dieser kontrastreichere Effekt entsteht, wenn sich die Lichtquelle weiter weg vom Model befindet – in diesem Falle steht die Softbox in 3 Meter Distanz. Aus Sicht des Models scheint die Lichtquelle nun kleiner und schärfer, beinahe ‚hart‘.
Hintergrund: Die Hintergrundfarbe hat einen grossen Einfluss auf die Wirkung des Gesamtbildes. Ein weisser Hintergrund wirkt härter, ein grauer wärmer und angenehmer.

Ausleuchtung: Bei Verwendung einer grossen Lichtquelle erwirkt man eine regelmässige Ausleuchtung.

Experimentell: Wird die Lichtquelle unten oder hinten platziert, können spezielle Stimmungsbilder erzeugt werden.

Schnelle Blitzabbrennzeit: Fantastische Bewegungen wie wehende Haare können mittels schneller Blitzabrennzeit gestochen scharf verewigt werden.

Nächster Porträt-Semesterlehrgang: Die nächste FOTOSCHOOL-Kursreihe beginnt am 7. Mai 2018 (montags, CHF 2950) und setzt sich aus 4 Abenden, 5 Tagen und 1 individuellen Studiotag zusammen. Die Module, die auch einzeln buchbar sind, umfassen die Grundtechnik, Blitz und Lichtformer, Frauen- und Männerporträts, Regie und Posing, die interne Studiofotografie wie auch die externe On Location Photography. 

Architektur-Lehrgang: Ein schwieriges Objekt

Auf der Suche nach hervorragenden Immobilienfotografien lockte es uns ganz nach oben! Selbstverständlich blieben wir am ersten Kurstag des Architektur-Lehrgangs noch ganz auf dem Boden: Theorie und Bildbearbeitung. Am zweiten Tag indes stiegen wir hoch hinauf in eine verwinkelte Maisonette-Dachwohnung. In der Tat ein schwieriges Objekt, denn solche Räumlichkeiten ansprechend zu fotografieren ist Herausforderung pur.
Dasselbe Bad, zwei verschiedene Ambiente: Bei diesen zwei Fotografien erkennt man treffend, wie der Weissabgleich die Stimmung der Bildes beeinflusst. Das Bad kann warm (links) oder kalt wirken (rechtes Bild). Ebenfalls ist die Aufnahmehöhe entscheidend: Links hat man das Gefühl, den Raum aus einem natürlichen Blickwinkel zu betrachten. Bei der rechten Aufnahme wirkt alles zu hoch.

Dasselbe Fenster, zwei verschiedene Perspektiven: Der Bildzuschnitt – mit oder ohne Wände – bewirkt verschiedene Raumhöhen und lässt den Balkonausgang unterschiedlich wirken. Bei der rechten Fotografie wurde ein stärkerer Weitwinkel von 19mm verwendet (linke Aufnahme: 17mm). Winzige zwei Millimeter machen enorm viel aus, wenn es um die Darstellung der Perspektive geht – bitte nie unterschätzen!

Gleicher Aufnahmezeitpunkt, doch eine unterschiedlich helle Wohnung: Links erlebt man den Raum bei „Tageslicht an bedecktem Tag“. Bei der rechten Aufnahme wurde mit Blitz gearbeitet – die Wohnung wirkt deutlich heller, wärmer und gemütlicher.
Nachfolgend weitere Impressionen des zweiten Kurstages in der schönen Maisonette-Wohnung.

Photo17 mit 25'000 Besuchern

Schön war sie, die Fotoausstellung Photo17! Anfang Januar fand in der Zürcher Maag-Halle die grösste Fotografie-Werkschau in Europa statt. 150 ausgewählte Fotografen aus aller Welt, darunter auch Christian Weymann, haben ihre aktuellsten Arbeiten präsentiert.
Christian zeigte vier Bilder seiner neuen Tanzstudie. In Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Tänzer Steven Vaughan, ein Mitglied der renommierten David Parsons‘ Tanzkompanie, sind im Sommer 2016 in einer alten Scheune im Zürcher Oberland bewegende Bilder entstanden. Damals ging es heiss zu und her…
…doch eher kalt war das Anstehen am Eingang der Photo17, denn Tausende von Menschen begehrten Einlass. Erste Impressionen der Ausstellung vermittelt dieses Video:
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Viele Menschen verweilten bei den Tanzbildern. Die Resonanz an der Photo17 war ausgesprochen positiv.
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Im Vorfeld berichteten zwei Zeitungen über die Photo17 mit Präsenz der Fotoschool. Erfreulich war der ausführliche Artikel in der Wochenzeitung regio vom 5. Januar 2017 namens ‚Leichtfüssigkeit im Bild‘.
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Making-of vom Porträt On Location in einer alten Fabrik

Am Donnerstag planten und richteten wir verschiedene Sets ein: Treppenhäuser, Türrahmen, Fenster – die Übergänge von Raum und Licht faszinierten uns sprichwörtlich.
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Hier mit Licht und Aktion auf einer alten Treppe. Mittels Blitzlicht wurde das Tageslicht unterstützt und die Bewegung eingefroren.
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Mit zwei Striplights wurde ein Kantenlicht erzeugt.
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Hier verwenden wir den Para 88 als Aufheller gegen das Tageslicht…
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….. und die Bilder werden sofort begutachtet!