Der Schweizer Nationalpark vor der Linse – Teil IV

Die wilden Bergbäche zogen die Fotokurs-TeilnehmerInnen in ihren Bann. Ausführlich experimentierten wir mit verschiedenen Belichtungszeiten: Einmal wirkt das Wasser fliessend und verschwommen weich, dann wieder wie eingefroren und mit sichtbaren Tropfen.
Hunderte von Fotos entstanden, die Arbeit beginnt eigentlich erst… Wer mehr zur Bildaufbereitung am Computer, zu Bildarchivierungs-Techniken und gar zum Kunstdruck / FineArtPrinting erfahren will, dem empfehlen wir folgende Fotoschool-Kurse: Bildoptimierung mit Adobe Lightroom (ab 20.11.2017), Digitales Labor (ab 4.12.2017), Einstieg ins Fine Art Printing (ab 17.11.2017).

Doch wir fotografierten weiter. Zur Auflockerung der konzentrierten Arbeit am Fluss erhoben wir den Blick auf zu den Bergen: Die verschneiten Gipfel boten kontrastreiche Sujets. Das Wasser in all seinen Elementen!

Der Schweizer Nationalpark vor der Linse – Teil III

Der dritte Kurstag war die Pracht nach dem grossen Regen: Glitzernde Tropfen auf Ästen und Gräsern.
Der Schneefall vom Vortag bot kontrastreiche Motive.

 
 
 
Der eingeschlagene Waldweg zeigte sich fotogen. Schon bei der ersten Lichtung begrüssten uns die Murmeltiere…

…und beobachteten uns neugierig. Sie amüsierten sich, wie wir teilweise recht dynamisch dastanden, um spannende Motive einzufangen. Vom Weg aus mit einem 200-400mm Makro auf Distanz zu fotografieren ist herausfordernd. Denn nur die Murmeltiere und ihre tierischen Freunde dürfen die Parkwege verlassen. Ob die putzigen Murmeli uns gar für Tiere hielten, wie wir einem Geweih ähnlich die Kameras umplatzierten ohne das Stativ abzunehmen? 
Um die Tiere zu fotografieren, benutzten wir lange Brennweiten. Die Murmeltiere bemerkten es richtig: Die Männer verwendeten die langen Rohre, die Frauen die kürzeren, leichteren, doch mit fast so viel Brennweite. Und dann kam die Mittagsrast und die Stative verwaisten…

Der Schweizer Nationalpark vor der Linse – Teil II

…Regen im Nationalpark. Was soll’s! Wir liessen uns im einstigen Bahnhof-Wartesaal des Restaurants Staziun Lavin verwöhnen: Suppe, Fleisch und Bio-Käse direkt aus Lavin GR. Der Käse hatte es in sich; wir wollten mehr darüber erfahren…
…und begaben uns auf Spurensuche in den Käsekeller. Ein gefundenes Fressen für Fotografen! Kleine und grosse Käselaibe. Dicke und dünne. Helle und dunkle. Der dunkle Käse wird hier übrigens mit Rotwein behandelt. So entsteht eine dunkle Rinde. 
Unwiderstehlich! Auch die engen Platzverhältnisse konnten uns Fotografinnen und Fotografen nicht hindern bislang ungeahnte Käse-Details fotografisch zu erforschen.


Käse – das haltbare Vorratsprodukt eines sonnenreichen Sommers – liess uns die Zeit vergessen. Doch als wir wieder auf den Dorfplatz traten, lichteten sich die Herbstwolken und die frisch verschneiten Berge zeigten sich: Der Schweizer Nationalpark hat viele Gesichter.

Der Schweizer Nationalpark vor der Linse – Teil I

Tonnen von Schwemmholz reissen die Wildbäche jedes Jahr ins Tal. So auch während unseres Fotoweekends in Zernez – wir setzten vor lauter Regen erst mal gar keinen Fuss vor die Tür. Wie gut, dass unser gemütliches Hotel wunderbare Nationalpark-Sujets im Foyer zur Schau stellte: auch Schwemmholz! Fasziniert übten wir, wie man mittels Blitz einzigartige Details in Szene setzen kann.
Die Teilnehmer genossen das ‚Alternativ-Programm‘ sichtlich: ‚Ganz spannend fand ich die Bildbesprechung am Abend; wir Teilnehmer haben oft die gleichen Motive geschossen, aber die Ergebnisse waren total unterschiedlich‘ bedankt sich Peter. Und Irene und Martin doppeln nach: ‚…dank deiner flexiblen Anpassung des Kurses hat das Wetter keine Rolle gespielt. Deine Beziehungen reichen bis in tiefe, dunkle Käsekeller…‘ Hierzu mehr im kommenden Blog. Vorerst hier viel Vergnügen mit dem knorrigen Engadiner Holz!
Hinweis: Solche Holz-Detailaufnahmen wirken enorm sinnlich also schwarz-weiss-Aufnahme. Wer sich mit der S-W-Fotografie auseinandersetzen möchte, dem sei der Kurs Schwarz-Weiss-Fotografie: Harmonie von Gegensätzen empfohlen, zwei Abende ab dem 30. Oktober 2017.



 

Fotoweekend im Nationalpark: Tag 2

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre: Sonnig. Wir verbrachten den Vormittag in Zernez beim Schloss Planta Wildenberg, mit Fokus auf Architekturfotografie und Detailfotografie. Den Nachmittag verbrachten wir am Inn, ein faszinierendes Gewässer.
Das traditionsreiche und gesellige Fotoweekend findet selbstverständlich auch kommendes Jahr statt: Wir reisen am 1.9.17 wieder nach Zernez.
Übrigens: Wir alle haben die gleiche Blume betrachtet. Doch wir haben sie unterschiedlich fotografiert.
0020_dsc_6918Hier der Blick von unten mit dem Schattenspiel des Blütenstands…

0021_img_1930
…und hier mit Blick auf den richtig belichteten Stempel, dafür mit überbelichteter Umgebung.
Hier folgen weitere Impressionen, alles Fotografien der Kursteilnehmenden:

Fotoweekend im Nationalpark: Tag 1

Eine schöne Tradition: Jedes Jahr findet im September das Fotoweekend im fotogenen Schweizer Nationalpark statt. Wir trafen uns am Freitag Abend im Zernezer Hotel Baer & Post, das die ersten Fotosujets bereit hielt.
0001_img_6355
Zur Vorspeise gönnten wir uns einen erfrischenden Theorieblock ‚Natur-Fotografie‘, zum Hauptgang ein köstliches Bündner Nachtessen…
Der Samstag belohnte uns mit traumhaft warmem Wetter. Wandern und Fotografieren waren ein Genuss. Zum Auftakt vertieften wir uns im märchenhaften Arvenwald in Makroaufnahmen.
0001__cwy2275
Dann nahmen wir die Murmeltiere ins Visier…
0001__cwy2298
 
…und natürlich den Bergbach. Die Hirsche und Gämsen trauten sich nicht vor die Linse, sie grasten zu weit weg in der Ferne. Mit dem Feldstecher konnten wir sie aber gut beobachten. Die abendliche Bildbesprechung rundete den ersten Tag ab. Anbei einige Impressionen, selbstverständlich fotografiert von den Teilnehmern.

Nikons neues Teleobjektiv – ein Testbericht von Eddi

Im Januar 2015 hat Nikon ein neues Teleobjektiv mit 300 mm Brennweite angekündigt: Das Nikon 300 mm 4.0 PF ED
Das geringe Gewicht von gut 750 Gramm macht das Objektiv für mich interessant: Beim Wandern habe ich gerne die Kamera mit angesetztem Teleobjektiv griffbereit. Wenn sich  Adler oder Gämse zeigen, bietet sich nur eine kurze Gelegenheit für ein Foto.
Verglichen mit dem 70-200 mm f/2.8 Objektiv bietet Nikon nun mehr Brennweite bei halbem Gewicht. Seit Januar wollte ich wissen, ob dieser Spagat gut gehen kann. Im September wurde diese Frage endlich beantwortet. Zum Fotoschool Weekend-Workshop im Schweizer Nationalpark hat Christoph Weymann das Objektiv mitgebracht. Für mich die Gelegenheit, das 300 mm Tele auf Herz und Nieren zu testen.
Der erste Eindruck
Das Objektiv ist kompakt und leicht: Der Tubus misst knapp 15 cm. Der Filter-Durchmesser von 77 mm erlaubt mir die Verwendung meiner vorhandenen Filter.
Detail: Stativkragen
Das Objektiv kommt mit einem abnehmbaren Stativkragen. Wie bei Objektiven mit langer Brennweite üblich, lässt sich damit das Objektiv auf einem Stativ befestigen. Der Stativkragen scheint für den Alltagsbetrieb nicht zwingend notwendig. Als Alltags- und Reise-Objektiv verwende ich das 24-120 mm f/4.0. Der Allrounder kommt bei gleichem Gewicht ohne das Extra-Schraubgewinde.
Handhabung
Das Objektiv liegt gut in der Hand. Etwas gewöhnungs­bedürftig – aber sicher hilfreich – sind die schnellen Schwenks, die erst durch die kurze Bauform möglich gemacht werden. Aufgrund der langen Brennweite sind beim Arbeiten aus der freien Hand kurze Verschlusszeiten erforderlich. Die Kombination aus geringem Gewicht, langer Brennweite und kurzer Bauform erfordert etwas Zeit zur Eingewöhnung. Bei grösserem Gewicht hilft in gewisser Hinsicht die Massenträgheit bei der Stabilisierung. Die leichte Bauweise erfordert sozusagen ein besseres Zielen. Trotz VR bin ich anfangs immer wieder bei Verschlusszeiten von 1/500s oder kürzer gelandet.
Mit etwas Eingewöhnung können auch längere Verschlusszeiten verwendet werden. Dazu orientiert man sich etwa an der Haltung von „Scharfschützen“: Mit sicherem Stand, die Arme stabil am Körper aufgestützt, lassen sich auch längere Verschlusszeiten von Hand bewerkstelligen.
Arbeiten mit Filtern
Das 77 mm Gewinde passt wunderbar zu meinen vorhanden Filtern. Beim Aufschrauben des Polfilters kommt trotz aller Begeisterung Ernüchterung auf: Der äussere Objektiv-Tubus ist etwas dicker als gewohnt. Daher lassen sich Filter nur mühsam aufschrauben. Gut ist die mitgelieferte Sonnenblende per Bajonett befestigt …
Abbildungsleistung
Wenn ich mein Teleobjektiv auf ein Motiv richte, erwarte ich ein scharfes Foto. Bei offener Blende sollte der Hintergrund unscharf werden, so dass das Motiv betont wird. In der Kombination von 300 mm mit Blende 4.0 klappt das sehr gut.
Beim Hinein-Zoomen in das Bild werden die Details klar dargestellt:
BlumeAbbildung 1: 1/500 sec, f/8, ISO 400
 
 

 
 
Biene
Abbildung 2: Detailausschnitt in voller Vergrösserung
 

 
BrueckeAbbildung 3: 1/800s, f5.6, ISO 400
 
Der Detail-Ausschnitt aus der Bildmitte zeigt, dass jede Faser im Holz präzise dargestellt wird:
Bruecke_Ausschnitt

 
 
 
 
Zum Bildrand hin werden Objekte oft etwas unscharf. Die Hersteller dokumentieren das Verhalten in sogenannten „MTF Diagrammen“. Wichtiger als eine blaue oder rote Linie in einem Hersteller-Diagramm sind mir die eigenen Bilder. Die Detail-Vergrösserung aus der linken unteren Ecke zeigt sehr schön die Bruchstellen im Holz:
Bruecke_Ausschnitt2
 
 
 
 
Lichtstärke
Neben dem 300 mm f/2.8 oder dem 400 mm f/2.8 scheint die Blende 4 des neuen Objektivs eher lichtschwach. In der praktischen Arbeit darf man bei den aktuellen Kameras von Nikon ISO 1600 oder mehr verwenden, ohne dass das Bild total verrauscht. Der Schritt von Blende 2.8 zu Blende 4 entspricht dem Wechsel von ISO 100 zu ISO 200.
Fazit
Für mich ist der Kompromiss aus Lichtstärke und Gewicht gelungen: Das handliche Objektiv hat Platz im Rucksack und lässt sich auch auf langen Wanderung gut mitnehmen. Der grosse Bruder mit Blende 2.8 wird bei einem Gewicht von 2.9 kg und der deutlich grösseren Bauform schneller zur Belastung. Nikon hat mit dem 300 mm f/4.0 ein tolles Objektiv mit interessantem Preis auf den Markt gebracht. Ich hab’s bestellt.

An den Ufern des Inns und…

009_DSC_4454An den Ufern des Inns und im Dorf Zernez selber entstanden diese Fotografien. Auch diese Bilder stammen von Teilnehmenden des Fotowochenendes im Schweizer Nationalpark. Zeigt doch auch auf, wie nah schönes sein kann, wenn Mann/Frau nur genau hinschaut und/oder fokussiert.
In diesem Sinne hoffen wir, dass der Herbst noch einige bunte und schöne Tage mit sich bringen wird….


 

Foto-Eindrücke von Teilnehmenden

011_DSC_0156
Nicht vorenthalten möchten wir euch einen kleinen Auszug an gemachten Fotografien seitens unserer Teilnehmenden. Hier der Samstag des intensiven Fotowochenendes im Schweizer Nationalpark. Wir befanden uns im Park selber auf einer einfachen, jedoch nicht minder attraktiven kleinen Tour. Konkret wurde die Bildgestaltung geübt, aber auch das Arbeiten mit verschiedensten Zeiteinstellungen, Schärfentiefen und Stil-Entdeckungen wie der Makrofotografie.
 

Unser Nationalpark…

006_DSC_1196
Das Foto-Wochendende im Schweizer Nationalpark ist fester Bestandteil unseres Kursprogrammes. Die Reise nach Zernez, an die Ufer des Inns und die (kleine) Entdeckungstour im Nationalpark erfreut sich jedes Jahr grosser Beliebtheit. So auch dieses Jahr: Eine Gruppe von 7 Teilnehmenden wurden von Christian Weymann im Hotel Baer Post begrüsst. Unterkunft und Wetter waren super, die Teilnehmenden top motiviert – ein Wochenende wie es sein sollte. Jetzt geht’s an die Datenaufbereitung – eine Auswahl werden wir gerne hier zeigen. Vorerst aber ein paar Stimmungsbilder: Zeit für etwas Ruhe oder eben voll in Aktion respektive beim kompletten Umbau des Stativs um ja genug nahe beim zu fotografierenden Objekt zu sein…