Keine Berufslehre ohne Materialkunde

Viele der Fotoschool-Kurse haben dieses Jahr mit der etwas trockenen Materialkunde angefangen: Objektivkunde, Reinigung, Justierung, Sensor-Reinigung.
Langweilig?! Mitnichten! Sowohl im Fotolehrgang ‚Grundbildung‚ sowie im Workshop ‚Material und Technik‚ experimentierten wir mit unserer Kameraausrüstung und testeten Objektive.
Natürlich widmete sich der Fotolehrgang nebst der angewandten Pflege von Objektiven und Kamera auch der Objektivkunde: Die physikalischen Grundlagen wurden ergänzt mit der Diskussion, was denn genau ein gutes Objektiv ausmache – beispielsweise die achromatischen Linsen (oder ED-Linsen).
Spannend war das anschliessende Testen von schlechten und guten Objektiven.
70-200
Bei Verwendung des Objektivs 70-200mm sieht man das Muster der Sichtbacksteine sehr gut (obiges Bild). Der Kontrast zwischen der hellen Nummer 11 auf grauem Hintergrund wirkt ebenfalls befriedigend.
55-200
Beim älteren Setobjektiv 55-200mm wirkt das Backstein-Muster nicht scharf. Klein sieht es allenfalls noch akzeptabel aus, in der Vergrösserung aber unbefriedigend. Fazit: Das Objektiv ist ein wichtiger Bestandteil der Kameraausrüstung.
Nachfolgend nahmen wir den Autofokus in die Mangel: Stellt der wirklich dort scharf, wo man den Schärfenpunkt setzt?!? Leider ist das nicht immer der Fall. Abhilfe schafft das sorgfältige Justieren.
Oh Schreck, ein Fleck! Natürlich wollten wir es genau wissen mit den Flecken auf den Fotos. Handelt es sich hier um eine Verschmutzung auf dem Objektiv oder um Dreck auf dem Sensor?
sensorfleke
Der Test offenbart es: Verharrt der dunkle Punkt nach dem Wechseln der Objektive am selben Ort, handelt es sich um eine Sensorverschmutzung.
 

Astrofotografiekurs

Der Weihnachtsstern, weit sichtbar mit Schweif und andere Sterne, faszinieren die Menschheit seit jeher. Himmlische Zeiten sind kostbar. Auch unser Sternenhimmel-Workshop erntete viel Lob. Vielen Dank für die schönen Rückmeldungen!hanspeter_bachtel-2Feedback von Roman
Es war ein gelungener, lehrreicher Abend. Neben den fotografischen Erkenntnissen haben mich vor allem auch die astronomischen Ausführungen von Martin über die Sternenbilder und den facettenreichen Sternenhimmel fasziniert. Eure Hilfsbereitschaft und Euer Engagement haben mich sehr gefreut!
Feedback von Hanspeter
Hallo Cornelia und Martin! Ich kann Euch beiden nur danken für diesen tollen und sehr interessanten Kurs, welchen ich sicher jedem nur empfehlen kann. Um deinen Support mit den Einstellungshilfen an meiner Nikon bin ich sehr froh gewesen. Obwohl ich natürlich den Weissabgleich wieder vergessen habe, trotz deiner und Martins Intervention. Die Erklärungen von Martin über all die Namen von den „leuchtenden Punkten“ am Himmel war sehr interessant.
Der Kurs „Faszination Sternenhimmel von der Planung bis zum fertigen Bild“ ist wirklich empfehlenswert. Wir hatten natürlich optimale Voraussetzungen, sternenklares Wetter für die Nachtaufnahmen mit ganz guter Betreuung durch Martin und Cornelia mit Kaffee und Guetzli bei sommerlichen Temperaturen, sowie nebliges Wetter für die Bearbeitung der Bilder mit Ligthroom und StarStax für die Strichspuren. Das gute Wissen von Martin über alle dies Himmelskörper ist unglaublich. Es hat mich motiviert, mich weiterhin mit Langzeitbelichtungen von Sternen zu beschäftigen.

Feedback von Andi
Für mich war der zweite Abend sehr faszinierend, ja sogar ein WOW-Erlebnis! Mein Kursziel war es, ein schönes Foto der Milchstrasse abzulichten. Ich hätte jedoch nicht damit gerechnet, dass wir in nur wenigen Fahrminuten Orte erreichen können, an denen die Milchstrasse so schön abzulichten ist. Es ist also tatsächlich möglich mit einer APS-C Kamera nicht weit von zuhause, die gleichen Resultate zu erzielen, wie ich sie von Internetfotos kannte. Mit dem erlernten Know-how war es mir möglich, auch selbst die Milchstrasse abzulichten. Ich freue mich bereits jetzt auf den Frühling, wenn ich weiter üben kann! An dieser Stelle möchte ich euch danken.
Gesammeltes Feedback nach dem Bearbeitungstag am Computer:

  • Ich habe es geschätzt, dass es nicht nur um das Sterne Fotografieren ging, sondern dass Martin so vieles zu sagen wusste und ich dabei vieles über die Sterne, die Sternbilder und Planeten erfahren durfte.
  • Ich fand es super, dass wir am Einführungsabend in einer etwas helleren Nacht unterwegs waren. Dies gab mir Sicherheit und ich konnte die wichtigen Handgriffe üben, was mich in der dunklen, mondlosen Nacht sehr unterstützt hat.
  • Das Hintergrundwissen, also nicht nur die Technik, zu unserem Sternenhimmel erzählt zu erhalten, war genial.
  • Im Bearbeitungskurs half es mir, dass wir ein Bild ‚step by step‘ gemeinsam erarbeitet haben, das gab mir einen guten Einblick in die Bildoptimierung.
    Was ich sehr schätzen würde ist, wenn Photoshop auch als Bearbeitungstool genutzt würde.
  • Danke herzlich für das grosse Engangement für die Sache. Es geht in diesem Kurs nicht nur um Technik bei Aufnahme und Bearbeitung…es geht um die Sache, sprich den Sternenhimmel, selbst!

Fotoweekend im Nationalpark: Tag 2

Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre: Sonnig. Wir verbrachten den Vormittag in Zernez beim Schloss Planta Wildenberg, mit Fokus auf Architekturfotografie und Detailfotografie. Den Nachmittag verbrachten wir am Inn, ein faszinierendes Gewässer.
Das traditionsreiche und gesellige Fotoweekend findet selbstverständlich auch kommendes Jahr statt: Wir reisen am 1.9.17 wieder nach Zernez.
Übrigens: Wir alle haben die gleiche Blume betrachtet. Doch wir haben sie unterschiedlich fotografiert.
0020_dsc_6918Hier der Blick von unten mit dem Schattenspiel des Blütenstands…

0021_img_1930
…und hier mit Blick auf den richtig belichteten Stempel, dafür mit überbelichteter Umgebung.
Hier folgen weitere Impressionen, alles Fotografien der Kursteilnehmenden:

Fotoweekend im Nationalpark: Tag 1

Eine schöne Tradition: Jedes Jahr findet im September das Fotoweekend im fotogenen Schweizer Nationalpark statt. Wir trafen uns am Freitag Abend im Zernezer Hotel Baer & Post, das die ersten Fotosujets bereit hielt.
0001_img_6355
Zur Vorspeise gönnten wir uns einen erfrischenden Theorieblock ‚Natur-Fotografie‘, zum Hauptgang ein köstliches Bündner Nachtessen…
Der Samstag belohnte uns mit traumhaft warmem Wetter. Wandern und Fotografieren waren ein Genuss. Zum Auftakt vertieften wir uns im märchenhaften Arvenwald in Makroaufnahmen.
0001__cwy2275
Dann nahmen wir die Murmeltiere ins Visier…
0001__cwy2298
 
…und natürlich den Bergbach. Die Hirsche und Gämsen trauten sich nicht vor die Linse, sie grasten zu weit weg in der Ferne. Mit dem Feldstecher konnten wir sie aber gut beobachten. Die abendliche Bildbesprechung rundete den ersten Tag ab. Anbei einige Impressionen, selbstverständlich fotografiert von den Teilnehmern.

Sterne vor der Haustür

Wo sind die Sterne geblieben? Das helle Siedlungslicht dominiert die Nacht. Aber zum Glück liegt die Fotoschool nicht weit weg vom Pfäffikersee und dem 1115 Meter über Meer liegenden Bachtel. Da, fast vor der Haustüre, funkeln die Sterne zum Greifen nah und warten darauf fotografiert zu werden.
Diese Nachtfotografien entstanden auf dem Bachtel. Weiss der Geier, wie diese faszinierenden Sternenbilder gemacht werden!? Jedenfalls wir wissen es. Gerne geben wir die Tipps weiter:
001_img_6360-bearbeitet
– In bewohnten Gegenden muss man zuerst die dunklen Standorte wie Seeufer, Hügelkuppen oder Waldlichtungen ausfindig machen.
– Man muss berücksichtigen, dass die Sterne nicht zu jeder Jahreszeit gleich intensiv zu sehen sind. Auf diesen Bildern lässt die Intensität der Milchstrasse schon nach. Gut zum Fotografieren eigenen sich die Sommermonate Mai bis September. Die ‚Wintermilchstrasse‘ wirkt indes eher schwach.
– Nebst Kälteresistenz, Geduld und hilfreichem Kameramaterial braucht es unabdingbar gewisses Fachwissen, beispielsweise bezüglich Zusammenspiel von Brennweite und längst-möglicher Verschlusszeit.
Martin Rusterholz kennt das Firmament, wie es nur wenige kennen: Er weiss alles über die Sterne, die Bewegung der Sterne und was beim nächtlichen Fotografieren zu beobachten und zu beachten ist. Mit Vergnügen gibt er sein Fachwissen weiter im fotoschool-Kurs „Faszination Sternenhimmel. Von der Planung bis zum fertigen Bild“. Der nächste Kurs findet im Sommer 2017 statt.
Übrigens: Gelungene Sternenbilder kann man mit einer ganz normalen Spiegelreflex- oder Systemkamera machen. Für die nachfolgenden Bilder wurde eine Fuji x Pro2 verwendet.

004__dsf2997
Bachtelturm mit Milchstrasse

Nachtbilder wirken besonders spannend, wenn der Sternenhimmel in Kombination mit einem Gegenstand aufgenommen wird. Es muss nicht immer ein Geier sein. Auch das Spiel mit dem Bachtel-Turm wirkt dramatisch.

Tierfotografie im Tierpark Goldau

In der Goldauer „Wildnis“ konnten wir die Fauna der Schweiz aus nächster Nähe beobachten: Steinböcke, Bären, Wölfe und Bartgeier. Es herrschte hervorragendes Beobachtungswetter: Bedeckt, zeitweise Regen – was für ein Glück! Denn bei eitlem Sonnenschein wären diese Tiere bedeutend weniger aktiv gewesen.
Insbesondere von den Wildkatzen waren die Kursteilnehmer begeistert. Die eleganten Raubkatzen haben etwa die Körpergrösse der Hauskatzen und bestechen mit ihrem eindrücklichen Gesichtsausdruck. Doch streicheln oder auf den Schoss nehmen ist nicht möglich, da es eben Wildkatzen sind. Dennoch war das stundenlange Beobachten und Fotografieren bereichernd, wohltuend und belohnend mit gelungenen Tierbildern.
Tiere beobachten ist das eine. Kursteilnehmer in Aktion beobachten, ist das andere:

IMG_3120
Wildkatzen

IMG_3116
Gehege der Bären und Wölfe

 
IMG_3122
Bartgeier Mascha und Hans im Visier von den Kursteilnehmern

Faszinierend war das Beobachten der vom Aussterben bedrohten Bartgeier. Das im Februar 2016 geschlüpfte Jungtier hat schon die Grösse eines adulten Geiers und verteidigt und kämpft wacker um sein Futter.
IMG_3125
Waschbärengehege

Die Waschbären zeigten sich von ihrer putzigen Seite. Sie demonstrierten die unmöglichsten Positionen zum Schlafen und Entspannen. Sind sie nicht niedlich, diese kleinen Bären?
_dsc5292
Während der speziellen Tierführung wurden wir in das Verhalten und die Eigenheiten der einzelnen Tiere eingeweiht. Solche Informationen sind sehr hilfreich, denn sie verhelfen zu besseren Tierfotografien, wie diese Bilder bestätigen:

Die Kursteilnehmer sind sich einig: ‚Ein Tag reicht nicht, um alle Tiere fotografisch festzuhalten. Wir kommen gerne wieder mit auf Fotopirsch!‘
 

Lost Places

In den alten Fabrikhallen einer Textilproduktion im Glarnerland fanden wir eine Metallwerkstatt und eine Schreinerei vor, die Sujets „en masse“ lieferten: Von Architektur bis Makro.
legler_02Die Schreinerei war über und über mit Holzstaub bedeckt. Man musste sich achten, wo man hintrat. Es war, als hätten die Schreiner die Werkstatt gerade verlassen. Es erfreute jedes Fotografenherz, das gerne Details fotografiert. Auch bei den Teilnehmern konnte man die Freude spüren.
legler_01Schlosserei/Metallwerkstatt:
An den Werkzeugen der Maschinen konnte man sogar noch die Späne sehen, welche schon über 20 Jahre dort liegen.

legler_03Die alte Produktionshalle, wo die Textilien produziert wurden.
Legler_Areal_2016_MG_1329Eine weitere Produktionshalle.
Hier einige Bildbeispiele der Kursteilnehmer, aufgenommen in der Schreinerei und der Metallwerkstatt/Schlosserei.


Es war wunderbar in diesen Räumlichkeiten fotografieren zu dürfen.
Die Teilnehmer hätten gerne noch einen zweiten Tag an diesem „verlassenen“ Ort fotografiert. Vielleicht ergibt sich ja wieder einmal die Möglichkeit.